EN

Vernichtungsschläge

von A. Weerts

Ich bin beim konkreten Erspüren von Wanderbedingungen. Sozusagen die mentale Einstimmung auf eine Wanderschaft. Ende Februar gibt es warme, sonnige Tage. Und für mich wird jeder langen ‚Spaziergang‘ ein Versuchsfeld. Jeden Weg nutze nutze ich zum Überlegen, zum Verinnerlichen, welche Dinge auf einem längeren Weg wichtig sind.

Zum Beispiel, dass es mir ab 18 schon zu warm wird beim Gehen. Das gibt die Frage: lieber Himmel, wie soll das sein in Portugal? Ich habe erfahren, wie warm es dort auch im späten Herbst noch ist.

26. Oktober , Algarve Foto: A. Weerts

Bei Wärme transpiriert der Körper. Ist dazu ein wenig Wind, ver-kühlt sich Unbedecktes. Ein Halstuch hilft dem Nacken, dass die darauf folgende Kälte nicht in die „Windpunkte“ zieht.

Das habe ich im Qigong gelernt, dass am Hinterkopf, da wo der Schädelknochen ansetzt, sich die Windpunkte befinden – und die sollten gut geschützt sein (sonst zieht die Kälte in den Körper).

Beim Erzählen über meine neue Liebe zur Pilgerschaft ergeben sich immer wieder die Auseinandersetzung mit dem Thema. Beschäftigt sich ein Mensch erst einmal mit einer Thematik, drängt sie sich sogleich immer und überall auf.

Vernichtungsschläge weiterlesen

Ipomoea

von Maria Gravert

Die Sommerferien in Portugal sind zu Ende. An den Stränden und in den Badeorten wird es langsam ruhiger, aber die Sonne strahlt nach wie vor von morgens bis abends vom Himmel und trocknet das ausgedörrte Land weiter aus – sofern das überhaupt noch möglich ist.

Die Landschaft brütet braun in der Sonne und für einen passionierten Botaniker ist es kaum möglich, außerhalb gepflegter Gärten noch etwas Blühendes zu finden.

Ich entschließe mich deshalb, in den Barrocal* zu fahren und mich dort unter den Pflanzen und Bäumen umzusehen, die nicht auf direkte Bewässerung angewiesen sind.

große Trockenheit. Und doch blüht hier „Ipomoea“

Kaum habe ich aber unser Dorf in Fahrtrichtung Norden verlassen, erstreckt sich plötzlich am Straßenrand neben mir ein strahlend blau leuchtender Blumenteppich – in all dieser Trockenheit sind Prunkwinden voll erblüht und trotzen der Hitze.

Prunkwinden (auch als Prachtwinden bekannt , der wissenschaftliche Name ist „Ipomoea“) sind eine sehr artenreiche Gattung , die als Kletterpflanzen oder auch am Boden liegend auftreten können. Auch die Blattformen können sehr unterschiedlich sein.

… ein blauer Teppich

Bei dieser Art, die mich hier so erfreut, dürfte es sich um die Ipomoea indica handeln. Die Blüten sind hier überwiegend leuchtend blau, gelegentlich aber auch rötlich oder rosa bis purpurfarbig. Gartenfreunde können die Pflanze auch bei uns als winterharte Sorten erhalten.

Und dies sei noch für Hobbyköche und Feinschmecker erwähnt: die wirtschaftlich wichtigste der zahlreichen Windengewächse ist die Süßkartoffel Ipomoea batatas . In Aljezur an der Costa Vicentina findet jedes Jahr im November ein mehrtägiges Süßkartoffelfest zu Ehren dieser Pflanze statt.

*Barrocal wird der Landstrich zwischen der Küstenregion (Litoral) und dem dahinterliegenden Gebirge (Serra) genannt.

Sofort und später

von Algeth E. Weerts

Das „Wo“ und „Wie“ vom Pilgern war ja bisher nur unzulänglich geklärt. Alles wälzt sich noch in Vorbereitungen wie ein Schnitzel im Paniermehl: ahnen was es wird, aber irgendwie noch nicht fertig.

Und allmählich treibt mich mehr und mehr die Frage um: gibt es denn einen Unterschied zwischen Wandern und Pilgern? …. diese Frage wird mich noch lange begleiten.

Weil immer noch Winter ist, habe ich auch noch kein bisschen Lust oder Drang, die große Wanderung in Portugal zu planen. Das ist mir noch viel zu weit weg, gedanklich. Darum schiebe ich alle Begehren meiner potentiellen Mitwandererin Brigitte zur Planung weg mit dem Argument: „Ich weiß noch nicht, wie das wird, und ob das was wird …“ …mein Knie, mein Geld, meine Zeit …

Und ich weiß das alles wirklich noch nicht!

Andererseits erzähle ich möglichst vielen Menschen von meinem Vorhaben, „den Weg“ in Portugal zu gehen. Das stärkt mich. Es macht meinen Wunsch fester, sicherer. Ich hole mir für mein Vorhaben gute Wünsche ein. Und es scheint wirklich zu helfen, die Idee Wirklichkeit werden zu lassen.

Ich will! Nicht nur das Gehen ansich, sondern Pilgern. Nicht nur hier, auch den Caminho!

Santiago, ich komme!

Foto htpps:// ifspanish.com/de/tourismus-santiago
Sofort und später weiterlesen