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Wann geht’s denn nun los?

von Algeth Weerts

Im Herbst 2018 plätscherte mir nach der vagen Idee vom Pilgern ein – sozusagen – handfester Wunsch ins Seelchen. Und der Wunsch wird rasch zu argem Verlangen: Ich will den „Weg“ gehen!

Der Grund dafür ist zum einen darin zu sehen, dass es mir mit meinem altersgemäß demolierten Knie soviel besser ging. Hoffnung ist ein Triebmittel! Und die dazu passende Frage heißt ja häufig: wird die Krankheit besser, weil es ein Ziel gibt. Oder gibt es ein Ziel, weil die Krankheit besser wird?

Doch Halt – da war noch was: eine Freundin. Die ist ohne viel Aufhebens plötzlich mit Rucksack und Wanderschuhen auf ihrem Messenger-Profilbild zu sehen. Gruß aus dem Norden Portugals.

Brigitte auf dem Küstenweg Porto – Santiago

DAS war mir die entscheidende Verbindung: Pilgern und Portugal! Die in Spanien gelegene Stadt Santiago de Compostela ist das große Ziel fast aller Pilgerwege und Pilgerwege gibt es überall in Europa. Portugal als Pilgerland ist bisher noch relativ neu.

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Geschichte und Aktuelles

von Gerhard Burghold

Portugal und Brasilien vor 200 Jahren

Am 4. April 1819  wurde  in Río de Janeiro Maria, die später als Maria II. auf den portugiesischen Königsthron gelangte, geboren. Sie ging aus dem Ehe zwischen dem portugiesischen Kronprinzen Pedro, der nach der Unabhängigkeit Brasiliens als Kaiser Pedro I. herrschte, und María Leopoldina von Österreich hervor. Der portugiesische Königshof hatte sich auf der Flucht vor Napoleon 1808 nach Brasilien begeben und regierte das lusitanische Weltreich bis 1822 von dort aus.

Portugal vor100 Jahren

Am  19. Januar 1919 brach eine von Militärs geleiteter Aufstand  mit Schwerpunkt in Porto, der einen weiteren  Teil Nordportugals erfasste,  aus. Das Ziel war die Wiedereinführung der 1910 gestürzten Monarchie. Die Rebellion brach nach knapp einem Monat zusammen.

Aus der lusophonen Kulturszene

Die bekannte FadosängerinCarminho kehrt nach einem Ausflug in die Welt ider Musik von Carlos Antônio Jobim, mit der sie auch 2017 in Deutschland gastiert hatte, zum Fado zurück. Wie man in „CulturaÍpsilon“ am 29. November 2018 lesen konnte, hat sie inzwischen eine neue Platte unter dem Titel „Maria „, welche auch Kompositonen von ihr selbst enthält, herausgegeben. 

Auf der alljährlichen  in Guadalajara/Mexiko abgehaltenen  größten Buchmesse Lateinamerikas, die vom 24.November bis zum 2. Dezember 2018 stattfand,war Portugal dieses Mal Ehrengast. Wie  „CulturaÍpsilon“ unter dem 2. Dezember 2018 berichtet wurde in diesem Rahmen auch eine kritische Debatte, an der die Schriftstellerinnen Lídia Jorge, Isabel Figueiredo und DulceMaría Cardoso teilnahmen, über die portugiesische Kolonialpolitik in Afrika abgehalten. Alle drei Autoinnen haben ihre afrikanischen Erfahrungen auch in ihrem Werk verarbeitet.

Wie die genannte Publikation am 7. Dezember berichtet, hat die Brasilianerin Marília Garcia mit ihrem Gedichtband „CâmeraLenta“(Zeitlupe) den 1. Preis des alljährlich vergebenen PrêmioOceanos gewonnen.Weitere Preisträger warendie  Portugiesen Bruno Vieira Amaral und Luis de Quintais sowie den Mosambikaner Luis Carlos Paraquim. Die Verleihung des  von der brasilianischen  Stiftung „ CulturaItau“  verliehenen Preises fand dieses Jahr erstmals in Portugal und zwar im Ajuda-Palast zu Lissabon im Beisein des portugiesischen Staatspräsidenten statt.

Am 3. Januar 2019 wurde von „Ìpsilon“ gemeldet, dass aus dem Kloster von Odivelas, in dem König Dinis, der von 1279 bis 1325 Portugal regierte, seine letzte Ruhe fand, Ende des vergangenen Jahres 170 wertvolle bemalte Kacheln (Azulejos) gestohlenwurden.

Am 7. Januar 2019 wurde in einem Artikel von „Ipsilon“ darauf aufmerksam gemacht, dass in dem Bildband „The World’s Most Famous Libraries“ mit Fotografien des Italieners Massimo Listri  auch drei Bibliotheken aus dem portugiesischen Sprachbereich präsentiert werden. Es handelt sich um die in der Universität Coimbra befindliche BibliotecaJoanina, die des Palastes von Mafra und die des Real Gabinete de Leitura in Río de Janeiro

Eine Ausstellung im Ajuda-Palast, die noch bis zum 29. März 2019 geöffnet ist, widmet sich mit vielen interessanten Exponaten den vor etwa 500 Jahren begonnen Beziehungen zwischen Japan und Portugal.

Chave Lusófona – Kulturkreis portugiesischsprachiger Länder in Bremen e.V.

Im Jahre 2002 fand sich in Bremen eine Gruppe zusammen, die die Begeisterung für portugiesische Sprache und Kultur in all ihren Ausprägungen einte und die sich den Namen „Chave Lusófona – Kulturkreis portugiesischsprachiger Länder“ gab.

Wir haben uns seitdem in diesem Rahmen dem lusofonen Sprachbereich von Portugal über Brasilien bis zu den afrikanischen lusofonen Ländern (Kapverdische Inseln, São Tomé und Príncipe, Guinea-Bissau, Angola und Mosambik), der chinesischen Sonderzone Macao und Osttimor mit seinen insgesamt ca. 250 Millionen Einwohnern mittels Vorträgen, Lesungen, Filmabenden und Diskussionen gewidmet und uns auf diese Weise auch an eine breitere Öffentlichkeit gewandt. Dabei arbeiten wir ebenfalls mit gleichgerichteten Vereinen in Nordwestdeutschland zusammen und halten Kontakt zu Zuwanderern aus dem portugiesischsprachigen Raum und ihren Zusammenschlüssen. Wir würden uns natürlich auch über neue Mitglieder freuen, die unserer Tätigkeit zusätzliche Impulse geben können.