Flora und Fauna

Ipomoea

von Maria Gravert

Die Sommerferien in Portugal sind zu Ende. An den Stränden und in den Badeorten wird es langsam ruhiger, aber die Sonne strahlt nach wie vor von morgens bis abends vom Himmel und trocknet das ausgedörrte Land weiter aus – sofern das überhaupt noch möglich ist.

Die Landschaft brütet braun in der Sonne und für einen passionierten Botaniker ist es kaum möglich, außerhalb gepflegter Gärten noch etwas Blühendes zu finden.

Ich entschließe mich deshalb, in den Barrocal* zu fahren und mich dort unter den Pflanzen und Bäumen umzusehen, die nicht auf direkte Bewässerung angewiesen sind.

große Trockenheit. Und doch blüht hier „Ipomoea“

Kaum habe ich aber unser Dorf in Fahrtrichtung Norden verlassen, erstreckt sich plötzlich am Straßenrand neben mir ein strahlend blau leuchtender Blumenteppich – in all dieser Trockenheit sind Prunkwinden voll erblüht und trotzen der Hitze.

Prunkwinden (auch als Prachtwinden bekannt , der wissenschaftliche Name ist „Ipomoea“) sind eine sehr artenreiche Gattung , die als Kletterpflanzen oder auch am Boden liegend auftreten können. Auch die Blattformen können sehr unterschiedlich sein.

… ein blauer Teppich

Bei dieser Art, die mich hier so erfreut, dürfte es sich um die Ipomoea indica handeln. Die Blüten sind hier überwiegend leuchtend blau, gelegentlich aber auch rötlich oder rosa bis purpurfarbig. Gartenfreunde können die Pflanze auch bei uns als winterharte Sorten erhalten.

Und dies sei noch für Hobbyköche und Feinschmecker erwähnt: die wirtschaftlich wichtigste der zahlreichen Windengewächse ist die Süßkartoffel Ipomoea batatas . In Aljezur an der Costa Vicentina findet jedes Jahr im November ein mehrtägiges Süßkartoffelfest zu Ehren dieser Pflanze statt.

*Barrocal wird der Landstrich zwischen der Küstenregion (Litoral) und dem dahinterliegenden Gebirge (Serra) genannt.

Flora und Fauna

von Maria Gravert

Das ja eher kleine Portugal verfügt über eine sehr vielfältige Pflanzenwelt. Während der Norden durch europäische Pflanzen geprägt ist nehmen, je weiter man nach Süden vordringt, mediterrane und afrikanische Pflanzen zu. Auch die atlantische Flora entlang der Küsten ändert sich.

Ich möchte mit Euch kleine Ausflüge unternehmen und gemeinsam die vielfältige Natur am äußersten Südwestende Europas bestaunen.

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