Wasserknappheit

von Maria Gravert

Die frühlingsgrünen Wiesen im Küstenbereich der Ostalgarve können nicht über ein schwerwiegendes Problem hinwegtäuschen: den Wassermangel und die enorme Trockenheit .

Foto;: Maria Gravert

Um mir ein Bild von der aktuellen Situation zu machen, stattete ich den Stauseen von Beliche und Odeleite einen Besuch ab. Die Talsperre von Beliche liegt ca. 10km nordwestlich der Kleinstadt Castro Marim , die Talsperre von Odeleite (Barragem de Odeleite ) etwa 15 km nördlich von Castro Marim und staut den Odeleite auf, einen Nebenfluss des Rio Guadiana, der der Grenzfluss zu Spanien ist und bei Vila Real de Santo António in den Atlantik mündet. Die Barragem de Odeleite dient zur Versorgung der Ostalgarve mit Trinkwasser.

Ich war über das Bild , das sich mir an beiden Talsperren bot, ziemlich entsetzt. Anstelle der um diese Jahreszeit notwendigen hohen Wasserstände lagen weite Teile der Ufer trocken, die vorhandenen Wasserflächen schienen mir sehr klein zu sein. Die aktuelle Füllung liegt – trotz geringfügiger Regenfälle – nur bei kaum über 20% , was natürlich viel zu wenig ist, denn die heiße, trockene Zeit mit dem hohen Wasserbedarf steht ja schon fast vor der Tür.

Aber wenigstens ist jetzt Bewegung in die Debatten über die Lösung der Wasserversorgung gekommen. Eine Expertenkommission aus Mitgliedern der Universität der Algarve und Algafuturo (eine Denkgruppe für Umweltfragen der Algarve ) hat in den letzten Monaten Vorschläge zu kurz- als auch mittel- und langfristigen Maßnahmen zur Lösung des Wasserproblems eingebracht.

Als erste kurzfristige Maßnahme soll der Rio Guadiana als Wasserlieferant dienen. Es wird ein Projekt verfolgt welches bei ca. 1 – 1 1/2 Jahren Bauzeit von den Beteiligten als beste Lösung angesehen wird. Laut Algafuturo sollte man am rechten Flussufer, der portugiesischen Seite, eine Pipeline bauen, die Wasser aus dem Fluss in den Stausee von Odeleite pumpt.

Damit könnten je nach Bedarf jährlich 30 – 60 Millionen Kubikmeter Wasser in den Stausee geleitet werden. Diese Lösung wäre relativ schnell zu verwirklichen und gilt als vergleichsweise kostengünstig. Außerdem wäre es vereinbar mit einem weiteren mittelfristigen Projekt, dem geplanten Staudamm des Rio Foupana. (Der Foupana ist ein Nebenfluss des Odeleite). Dieses Bauvorhaben wird von der AMAL ( Städtetag der Algarve ) unterstützt.

Daneben wird es für dringend notwendig gehalten, weitere Maßnahmen zur besseren Nutzung des vorhandenen Wassers zu ergreifen. So soll aufbereitetes Wasser (welches bisher in den Guadiana und damit in den Atlantik geleitet wird) zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen und Sportanlagen (Golfplätzen ) genutzt werden, Verluste im nicht optimalen Verteilungsnetz bekämpft werden und weitere Einsparungen im privaten und öffentlichen Bereich erfolgen, wie bei der Füllung von Pools und der Bewässerung von öffentlichen Plätzen. Ebenfalls angedacht ist der Bau einer Entsalzungsanlage bei Vila Real.